Pilgertasche
Pilgern war im Mittelalter so etwas wie ein Volkssport. Während es unüblich für den größeren Teil der Bevölkerung war, weitere Reisen als bis ins Nachbardorf zu unternehmen, war das Pilgern durchaus weit verbreitet. Es gab mehrere Pilgerstrecken durch Europa in das ‘heilige Land’. Die Pilger waren dabei häufig jahrelang unterwegs, zu Fuß und nur mit dem notwendigsten ausgestattet.
Von diesen Reisen haben die Pilgertaschen ihren Namen. Man sieht sie häufig in alten Illuminationen, zum Beispiel in der Maciejowski-Bibel:
Typisch ist die Trapez-Form so wie die Verzierung mit Troddeln.
Die hier abgebildete Tasche ist aus einem grob gewebten Barchent (Schußfaden Leinen, Kette Baumwolle), der ausgesprochen reißfest ist. Man kann sie aber auch aus farbigen Wollstoffen hrstellen (vgl. Abbildung) und/oder füttern.
Ebenfalls sind die Verzierungen variabel. Die hier gezeigte Tasche hat nur ein paar einfache Wolltroddeln
und ein Pilgerabzeichen. Vorstellbar sind aber auch Stickereien, mit Glasperlen verzierte Troddeln, und Borten.
Bei den einfachen Taschen ist der Gurt aus einem zugeschnittenem Stoffstreifen genäht; mit hoher Wahrscheinlichkeit hatten ihre Vorbilder kamm- oder brettchengewebte Bänder.
Eine Pilgertasche kann man bei mir ab 35,-Euro erstehen. Eine solche Tasche ist ungefüttert und mit 3 Troddeln verziert, die Bandlänge bestimmt der Kunde. Eine gefütterte Tasche dagegen kostet 66,50 Euro, und Verzierungen oder selbstgewebte Tragegurte sind Verhandlungssache.
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