Schauen wir uns nochmal den Thorwaler auf dem Bild an:

Über der Hose trägt er eine Art Weste, die von einem breiten Gürtel in der Taille zusammengehalten wird, zusätzlich im Brustbereich geschnürt und mit ganz vielen Nieten besetzt ist.

Laut den DSA-Beschreibungen dürfte es sich hier um eine sogenannte Krötenhaut handeln, eine leichte und flexible Rüstung aus Leder, deren viele Nieten dazu gedacht sind, scharfes Metall abzulenken.

Idealerweise sollte eine solche Rüstung auch aus Leder umgesetzt werden. Ich beschreibe hier eine Umsetzung aus Leder, gefüttert mit Leinen oder Baumwollstoff, wer Kunstleder oder einen wie-Leder-aussehenden Synthetik benutzt, kann die Anleitung aber trotzdem benutzen.

Für das Schnittmuster kommt es jetzt ein bisschen darauf an, wie ihr gebaut seid: Falls ihr, wie der Thorwaler auf dem Bild, männlich seid und zwischen Brust und Hüfte so gut wie keine Kurven aufweist, könnt ihr ein ganz rechteckiges Schnittmuster verwenden. Seid ihr dagegen weiblich oder tragt ein kleines Fäßchen am Bauch mit euch herum, solltet ihr die Rüstung lieber etwas genauer zuschneiden.

 

Pages: 1 2 3 4 5 6

This entry was posted on Thursday, August 22nd, 2013 at 15:34 and is filed under Mittelalter-Manufaktur. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed.

One comment

Tapferes Schneiderlein
 1 

Ich hab das Schnittmuster ausprobiert (für die Außenseite hab ich Kunstleder genommen) und hab noch ein paar Anmerkungen/Verbesserungsvorschläge für alle die sich daran versuchen wollen.

1. Wenn ihr Maß nehmt, rechnet zusätzlich zur Nahtzugabe nochmal 2-3cm drauf, denn durch das wenden am Ende gehen nochmal ein paar cm weg.

2. Wenn ihr die drei Westen näht, denkt daran den Saum an den Ärmeln NICHT umzunähen (ich hab nicht dran gedacht und musste auftrennen)

3. Um die Westen zusammen zu nähen muss die Rehenfolge (im Gegensatz zur Anleitung!)
Stoff – Leder – Vlies
sein. Dabei liegen Stoff und Leder mit der guten Seite aufeinander. Nur so liegt das Vlies nach dem Wenden in der Mitte der Schichten.

3. Näht die Westen an den Schultern NICHT zusammen (lernt aus meinen Fehlern)

4. Da die Ärmel noch offen sind, ist es einfacher die Westen durch einen der Ärmel zu wenden als durch ein kleines Loch.

Davon abgesehen funktioniert der Schnitt aber sehr gut und sieht auch sehr gut aus.
Danke für die vielen Skizzen!

May 6th, 2014 at 19:01

Leave a reply

Name (*)
Mail (will not be published) (*)
URI
Comment