Herzlich willkommen zu meiner Reihe Kostümumsetzung für Anfänger!

Im ersten Teil der Reihe geht es um den Thorwaler, einen archetypischen Seefahrer mit rauhbeinigen Sitten, einem benahe demokratischen Gesellschaftssystem und einer Vorliebe für Vergorenes.

Legenden von Thorwal ist einer meiner liebsten Cons, weil dies immer ein entspannter Feiercon ist, der inzwischen auch eine hübsche Anzahl Kinder jeden Alters aufweist und auf dem die meisten Anwesenden stets bemüht sind, einen weiten Bogen um den Plot zu machen und einfach nur ihren Charakter auszuspielen. Ich liebe die entspannte Atmosphäre dort!

Was ich weniger liebe, ist die immer wieder aufkommende Kontroverse um zu wenig Thorwaler in Thorwal, die dann auch noch schlecht gekleidet sind.

Daher, ohne weitere lange Vorrede, look at this pretty picture!

Was wir hier haben, ist der Standard-Thorwaler: Seefahrer, muskulös, dem Alkohole zuneigend, wettergegerbt. Prinzipiell gibt es den gleichen Archetyp auch in weiblich, ich persönlich würde aber die Kostümierung hierfür nicht variieren, denn wer zur See fährt, in Segeln herumklettert, kämpft oder auch mal über Bord geht, der will sicherlich Hosen tragen und keine Röcke.

Also, was haben wir hier?

Unser archetypscher Thorwaler trägt eine gestreifte Hose, hohe weiche Stiefel, eine Krötenhaut und eine Art lange Fellweste.

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5
Aug

DSA LARP Kostümumsetzung Teil 0

   Posted by: jea   in Uncategorized

Ich möchte gerne mit einer neuen Reihe anfangen, an der ich schon eine geraume Weile bastele:

Wie viele von euch wissen, bin ich nicht nur begeistert von historischen Kostümen, sondern von Kostümen und Theater im Allgemeinen, dabei besonders von der Form, die sich LARP nennt.
Zwischen den MA-Darstellern und den LARPern gibt es immer wieder Kontroversen und die Gruppierungen sind so voll von Vorurteilen wie eine Monatsbinde von Ersatzflüssigkeit. Die MA-Darsteller sehen LARPer gerne als ‘Weichspüldarsteller’ an, die grundsätzlich alles mithilfe eines H&M-Kleidchens und Plastikfolie darstellen, die LARPer sehen in den MAlern Gewandungsnazis, die auch bei der Unterwäsche noch kontrollieren wollen, ob die Nahttechnik die richtige ist.

Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht wenige MA-Darsteller gibt, die treffenderweise als Gewandungssäufer bezeichnet werden können und die fest davon überzeugt sind, mit einer Schnürlederhose, einem Piratenhemd und einer alten Tischdecke ‘mittelalterlich’ gekleidet zu sein, so wie es LARPer gibt, die monatelang an einer neuen Gewandung planen, basteln und recherchieren, bis sie einen Schnitt und die passenden Stoffe gefunden haben, die ganz genau die Abbildung in Quellenwerk elfendrövzig widergeben.

Aus all diesen Kontroversen halte ich mich wohlweislich, so gut es geht, heraus, aber ein Argument für unterdurchschnittliche Darstellungen, das häufig gegeben wird, lässt sich nur schwer von der Hand weisen: Viele Leute mit eher schlechten Kostümen, sind jung, haben wenig Geld übrig und keine Erfahrung im Kostümschneidern.

An diese Leute wendet sich diese Blog-Reihe, in der ich versuchen will, Umsetzungen für typische Rollenspiel-Archetypen zu geben.

Und, weil ich selbst nicht so gut malen kann, habe ich die Zeichnerin  Caryad überredet, mich einige ihrer Darstellungen verwenden zu lassen, weil für mich persönlich ihre Zeichnungen mit em besten das Flair meines Lieblings-Rollenspiels, DSA, widergeben.

Lange Vorrede, kurzer Sinn: Dies wird eine Reihe über Gewandungsanfertigen mit Anleitungen und Tipps für die wenig Erfahrenen.

12
Jul

Veränderungen

   Posted by: jea   in Uncategorized

Long time no blog, eh-?

Ich komme heute zum ersten Mal seit langem wieder an meinen Schreibtisch mit ein bisschen Zeit übrig und ich sehe, dass mein letzter Blog mehr als ein Jahr her ist.

Eine Menge hat sich getan in dieser Zeit, wovon das wohl spannendste Ereignis ist, dass wir ein neues Zuhause haben:

Unser neues Zuhause. (19)10s & 80s-style, Yo!

Schon seit längerer Zeit fanden wir es in unserer Spießer-Reihenhaussiedlung nicht mehr so lustig und wir sehnten uns nach einem Haus für uns alleine, wo nicht die Nachbarn schon anfangen zu meckern, wenn wir nur den Grill auf die Terasse stellen.

Wir haben lange hin- und her überlegt und gerechnet und schließlich angefangen, nach einem Haus in der näheren Umgebung von Bielefeld (nicht viel mehr als 30 min. Zugstrecke) zu suchen. Das Haus sollte alleinstehend sein (kein “Geeerd, Geeeheeerd!” durch die Wand), einen großen Garten haben und so gelegen sein, dass unsere Katzen halbwegs gefahrlos nach draußen könnten.

Die Suche gestaltete sich gar nicht so einfach, wie wir gedacht (oder gewünscht) hatten, die Häuser waren entweder stark renovierungsbedürftig oder sie lagen direkt an der Landstraße oder etwas anderes stimmte nicht.

Schließlich stießen wir auf eine Anzeige, die 10560qm Grundstück versprach und Platz für Tiere. Zunächst glaubten wir an einen Typo (eine Null zu viel), aber die Bilder sahen vielversprechend aus. Nachforschungen ergaben schließlich, dass es sich tatsächlich um einen ganzen Hektar Land im Landschftsschutzgebiet handelte, am Südhang des Wiehengebirges, Hanglage kurz unterm Waldrand. Eine Handvoll Nachbarhäuser mit ähnlich großen Grundstücken, Felder, Weiden, Wälder drumherum.

Das Haus selbst verfügte nicht nur über mehr Wohraum als wir uns je erträumt hätten, sondern auch über einen ganzen Stall für Tiere, Hühnergatter, einen Lehmkeller und ein Lehmdach. Von Innen war es ordentlich durchrenoviert , der Heizkessel war ziemlich neu und es verfügte über eine eigene Wasserversorgung.

Taumhaft!

Angefangen von der großem Walnuss an der Hofeinfahrt:

Die Walnuss dominiert die Einfahrt. Weihnachtsfutter ist gesichert :-) !

über die Quelle im Tal, bis zu den beiden alten Eichen am anderen Ende der Weide

Quellental im Vordergrund, Eichen”wald” am Ende des Grundstücks.

entsprach das Haus ziemlich genau den Tagträumen, die wir immer mal wieder gehabt hatten, aber nicht für möglich gehalten hatten.

Also haben wir angefangen, mit Banken zu reden ( ;-P), zu rechnen und zu planen. Es war nicht einfach, aber wir sind inzwischen die wirklich stolzen Besitzers dieses (für uns) Traumhauses

und ich liebe jede Minute davon.

Unser Schlafzimmer hat Fenster direkt nach Osten und, wenn morgens die Sonne über den nächsten Kamm des Wiehengebirges steigt, scheint sie mir direkt ins Gesicht. Eine wirklich schöne Weise, geweckt zu werden!

Sonnenaufgang vom Schlafzimmerfenster aus

Aus den Fenstern meines Arbeitszimmers sehe ich meine Walnuss, die gegenüberliegende Weide, und das Tal, in dem der Bach fließt, an dem die Zugstrecke verläuft, dazwischen verteilt einige Häuser und Höfe. Anstatt meckernden Nachbarn kann ich hier den Wald rauschen hören (es ist meistens windig hier oben) und die Vögel sich streiten. Hier kann ich atmen.

Wir halten unsere eigenen Hühner und haben immer wirklich frische Eier:

Unser Hühnerschwarm beim begeisterten Körnervernichten…

und ich habe zwei Bienenvölker (mehr davon in anderen Blogs), von denen ich mir meinen eigenen Honig verspreche.

Zwei gute Völker.

Es ist genug Platz da, um eine getrennte Küche einzurichten, in der ich meinen Honig verarbeiten kann, Bier brauen

Brauschritt 1: Maische kochen

oder, wenn ich zukünftig Milchschafe halte, Schafmilch in Käse zu verwandeln.

Auf dem Dachboden haben wir Strohballen; und hinterm Haus (mit rückenbrechender Arbeit) einen Gemüsegarten angelegt.

Schritt 1: Umgraben. Schritt 2: Beweise begraben ;-)

…und nach ein paar Wochen ist alles lebendig :-) !

Außerdem Obstbäume und -sträucher und Platz, Platz, Platz!

Platz. Viel davon :-) !

Der Teil, in dem wir wohnen, heißt Hafk, das ist plattdeutsch für Habicht, und es hat hier oben wirklich viele Greifvögel. Ich bin noch nicht gut genug darin, sie alle zu unterscheiden, aber auf einem Zaunpfosten gerade vor meinem Küchenfenster sitzt häufig ein Merlin. Wenn ich mit dem Hund im Wald spazieren gehe, sehen wir in der Dämmerung immer Rehe und manchmal hört man Wildschweine durch das Unterholz brechen.

Natürlich, auch, wenn das hier ein wahrgewordener Traum für uns ist, hat dieser Traum auch jede Menge Arbeit mit sich gebracht (und tut es noch!). Zusätzlich zu den Schwierigkeiten, die ein Umzug mit sich bringt, gab es noch spezielle Probleme mit leicht durchgedrehten Vorbesitzern, Wasserrohrbrüchen:

Ein Bach im Vorratskeller. Nach dem Wasserrohrbruch kam er direkt aus der Wand…

und zwei(!) langen Grippeepisoden mit hohem Fieber meinerseits, die meine Arbeit um einen ganzen Monat aufgehalten haben, so, dass ich bis Mai mich fast nur um mich selbst gedreht habe, um alle Aufträge rechtzeitig zum Saisonbeginn noch fertig zu bekommen.

Jetzt ist es langsam so weit, dass ich eine gewissen Routine entwickelt habe, um die Arbeit, die ein so großes Haus (und Hühner) (und Bienen) (und Garten) mit sich bringt, zu schaffen und genug Zeit übrig zu lassen, um meine eigentliche (Geld einbringende) Arbeit zu schaffen und sogar noch Zeit für Entspannung zu finden, zum Beispiel mit dem Hund Agility im Garten zu machen.

Kleiner Agility-Parcour im Garten…

Und deshalb gibt es jetzt auch wieder ein Blog, und, wenn ich es aufrecht erhalten kann, auch Berichte und Fotos nicht nur über meine Viecher und Bierbrauen und Kuchen, sondern vor allen Dingen natürlch auch eine Menge Neuigkeiten aus der Mittelalter-Manufaktur.