Posts Tagged ‘Färben’

 

Dieses sehr hübsche Zierschwert soll bei mir eine passende Hülle bekommen:

Gewünscht wird eine Holzkastenscheide, innen mit Ziegenfell ausgekleidet und mit schwarz gefärbten Ziegenleder bezogen. Diese Scheide soll keine Wicklung oder andere Aufhängung bekommen, weil das Schwert nur in der Hand getragen werden wird. Wenn das Schwert bei mir so weit fertig ist, wird es mit seiner neuen Scheide noch zum Schmied geschickt, der wird ein Ortband und einen Scheidenmund anfertigen, die zu den Verzierungen und Durchbrüchen passen. Außerdem wird der Scheidenmund damit so angepasst, dass das aufgesetzte Kreuz unter dem Griff sich genau einfügt.

So sieht eine Holzkastenscheide von innen aus, wenn sie mit Ziegenfell ausgekleidet wird:

Von Außen sieht man nix davon.

Dies ist das Leder für den Scheidenbezug. Es ist ein vegetabil gegerbtes Ziegenleder in einem Naturfarbton, ohne weitere Zurichtungen.

Schwarz bekommt man Leder mit Hilfe von Eisen, die Erfahrung hat wahrscheinlich JedeR schon mal gemacht, die ein Werkzeug aus Eisen auf feuchtem Leder hat liegen lassen.

Die Eisensulfatlösung wird auf das Leder aufgetragen und beginnt fast sofort, das Leder zu verfärben. Das Leder verfärbt sich dunkel, zunächst braun-gräulich und erst später schwarz.

Hier ist das Leder schon fast schwarz, was die Kamea nicht zeigen kann, ist, dass der Farbton noch immer bräunlich ist. Jetzt braucht das Leder nur noch Zeit, um die schwarze Farbe vollständig zu entwickeln.

Erst, wenn die Farbe durchgehend tiefschwarz ist, wird das Leder noch einmal gespült und dann geht es ans Beziehen.

So sieht die fertig bezogene Scheide aus, wenn das Leder noch feucht ist:

Und so sieht sie aus, wenn das Leder getrocknet und gefettet ist.

Jetzt kann’s losgehen zum Schmied!

 

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5
Jan

Spinnen

   Posted by: jea    in Mittelalter-Manufaktur

 

Dieses Jahr habe ich mir etwas besonderes zu Weihnachten ausgedacht:  Alle Freunde bekamen einen selbstgefärbten Kammzug und eine selbstgebaute Spindel.

So sieht der Kammzug aus,  wenn er noch nicht gefärbt ist. Die Wolle ist Eiderwolle von deutschen Schafen, sie ist ganz leicht gelblich und hat sehr lange Fasern, was besonders fürAnfänger leichter zum Verspinnen ist. Im Übrigen war mir wichtig, dass die Wolle nicht um die halbe Welt geflogen ist und aus einem Land kommt, in dem es wenigstens ein paar Gesetze zur ‘humanen’ Tierhaltung gibt, aber das nur am Rande.

Gefärbt wurde mit Landscape-Wollfarben.  Die Farbe ist unheimlich intensiv, ein Stäubchen rote Farbe ging daneben und meine Küche sah aus, als hätte ich ein Blutbad veranstaltet. Allerdings zog die Farbe nicht so schnell auf wie ich mir das vorgestellt hatte und verlief mir zu sehr. Das nächste Mal sollte ich vielleicht mehr Essig ins Wasser geben.

Trotzdem habe ich – wie ich finde – ein paar sehr schöne Farbverläufe hinbekommen und bin schon sehr gespannt, wie die Wolle im gesponnenen Zustand aussehen wird.

Färben mit Rottönen

Insgesamt habe ich drei Farbverläufe gefärbt: Einen blauen, einen roten und einen mit Herbstfarben.

Hier sind ein paar Farbbeispiele im Schnee

Ich habe von jeder Farbe ein wenig für mich zurückbehalten, um zu sehen, wie das Garn wird. Von dem blauen habe ich schon eine Spindel versponnen und ich muss sagen:  Ich bin sehr zufrieden. Ich mag es, wie die verschiedenen Blautöne ganz langsam ineinander verlaufen und man die Übergänge selbst eigentlich gar nicht sehen kann.

 

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