Posts Tagged ‘Fingerloop’

20
Apr

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   Posted by: jea    in Mittelalter-Manufaktur

 

Auf zwei Dinge möchte ich gerne aufmerksam machen:

1) der WDR hat ein ziemlich riesiges Angebot zum Thema Germanen im Netz.

http://www.planet-schule.de/wissenspool/germanen/inhalt/sendungen.html

Die Sendungen stammen alle aus dem Schulfernsehen-Angebot, sind aber wirklich interessant gemacht und bringen auch für den oder die Reenactment-InteressierteN einiges an Hintergeundmaterial. Für alle Germanen-Darsteller sicherlich eine reichhaltige Quelle, bei der man einen ganzen Haufen Infos auf einmal bekommt!

2) Durch Zufall habe ich diese Seite gefunden:

http://www.spinnradclub.wollknall.de/anleitungen/fingerloop/frame_loop.htm

Hier sind eine Unzahl verschiedener Fingerloopmuster zu finden, insbesondere auch solche, die das einfache Flechtmuster der Bänder aufbrechen und ganz neue Strukturen erzeugen. Für Interessierte, die die Grundtechnik beherrschen, ein reichhaltiges Angebot, um eine ganze Menge unterschiedlicher Bänder herzustellen.

Und Bänder kann man schließlich immer gebrauchen!

 

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20
Apr

Fingerschlaufen-Bänder

   Posted by: jea    in Mittelalter-Manufaktur

 

Hier kommt noch mal in einem Einzelpost die Anleitung für die supereinfachen, superauthentischen Fingerschlaufenbänder.

Die Beschreibung ist genau die gleiche wie die in dem Nähkurs Damenstrümpfe, es lohnt sich also nicht, hier zu lesen, wenn ihr den anderen Post schon durchgelesen habt:

Ich webe am liebsten mit Türklinken, die sind auf der richtigen Höhe, fast überall verfügbar und das fertige Band lässt sich leicht abstreifen. Wenn Ihr gerade keine Türklinke in der Nähe habt, müsst ihr improvisieren: Sucht euch einen Haken, einen krummen Nagel, einen Regalvorsprung, einfach irgendetwas, an dem ihr etwa eine halbe Stunde lang eure Fäden aufhängen könnt.

Hier dient ein Geländer als Aufhängung für die Schlaufen.

Nehmt jetzt das Garn und beginnt damit, es um die Türklinke zu wickeln , haltet dabei ungefähr den Abstand ein, den das fertige Band am Ende haben soll. Macht 5 Schlaufen, und verknotet Anfang und Ende des Bandes miteinander. Arbeitet sehr sorgfältig, damit die einzelnen Schlaufen sich nicht verheddern.

Die Schlaufen werden aufgenommen.

So sollten die Schlaufen aussehen

Streift jetzt zwei Schlaufen über Mittel-und Ringfinger der rechten Hand, die anderen über Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger der linken Hand. Breitet die Arme weit auseinander, damit die Schlingen sich voneinander lösen.

Verteilung der Schlaufen: 3 auf der linken und 2 auf der rechten Hand.

Mit dem freien Zeigefinger der rechte Hand nehmt jetzt die untere Schlaufe der linken Hand (die auf dem Ringfinger) auf. Die Schlaufe sollte jetzt nicht mehr auf dem Ringfinger der linken, sondern auf dem Zeigefinger der rechten Hand liegen.

Der rechte Zeigefinger greift in die linke Ringfinger-Schlaufe...

...und übernimmt sie. Die Schlaufe liegt jetzt auf dem rechten Zeigefinger.

Gebt mit der linken Hand die Schlaufe des Mittelfingers auf den Ringfinger und die des Zeigefingers auf den Mittelfinger, so, dass der Zeigefinger frei wird.

Der linke Ringfinger greift jetzt in die linke Mittelfinger-Schlaufe...

...und übernimmt sie.

Der linke Mittelfinger greift in die linke Zeigefinger-Schlaufe...

...und übernimmt sie. Der linke Zeigefinger ist jetzt frei.

...und übernimmt sie. Der linke Zeigefinger ist jetzt frei.

Breitet wieder weit die Arme auseinander, damit die Schlaufen sich voneinander lösen. Ganz am entfernten Ende, an der Türklinge haben sie sich jetzt überkreuzt.

Die Arme werden ausgebreitet, um die Schlingen voneinander zu lösen.

Die Fäden haben sich hier überkreuzt.

Nehmt nun wiederum mit dem freien Zeigefinger der linken Hand die unterste Schlaufe (Ringfinger) der rechte Hand auf, und an der rechten Hand, die nunmehr nur noch zwei Schlaufen habt, reicht die Schlaufen jeweils zum nächstunteren Finger. Arme weit machen.

Das ganze Spiel wiederholt ihr jetzt, ja nach Wunschlänge des Bandes und Dicke des Garns so ein- bis vierhundertmal. Das geht schneller, als man denkt, am Anfang braucht ihr so um eine halbe Stunde für ein Band, wenn ihr den Dreh raus habt, nur noch zehn Minuten.

Ihr werdet bald sehen, dass dich an der Türklinge die Fäden miteinander verschlingen und so ein Band bilden.

Das Band bildet sich.

Webt, so lange es geht, wenn der Platz in den Schlingen nicht mehr groß genug ist fr eure Finger, seid ihr fertig.

Die Schlaufen sind jetzt zu klein, um noch weiterzuweben. Das Band ist fertig.

Macht einen Knoten ins Ende und streift das andere Ende von der Türklinge. Macht auch in das andere Ende einen Knoten und schneidet die überstehenden Enden sauber ab.

So sieht das fertige Band aus.

Solche Bänder wurden häufig verwendet: Zum Beispiel als Schuhbänder, zum Binden figurbetonter Kleidung, aber auch als Aufhängung für Almosenbeutel fanden sie Verwendung.

Für alle, die sich immer noch nicht so richtig vorstellen können, welche Schritte in welcher Reihenfolge gemacht werden müssen, habe ich noch ein kleines Video gemacht. Ich habe versucht, meine Hände ganz langsam und überdeutlich zu bewegen; ich glaube, man kann ganz gut sehen, wie die Schlaufen zwischen den Fingern hin und her wandern.

http://blog.mittelalter-manufaktur.de/wp-content/videos/fingerloop

Wenn ihr die Technik erst einmal drauf habt, werdet ihr übrigens sehr viel schneller weben. Mit meiner normalen Geschwindigkeit hätte man nur auf dem Video nichts mehr erkennen können.

Wenn ihr die Grundtechnik beherrscht, könnt ihr damit spielen: Benutzt verschiedenfarbige Fäden für die Schlaufen und seht zu, wie sich Muster bilden.

Oder nehmt mehr als fünf Bänder. Das dickste Band, das ich mal gewebt habe, hatte elf Schlaufen. Dafür braucht man zwei Leute, viel Platz und sehr viel Konzentration!

 

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13
Apr

Nähkurs Damenstrümpfe

   Posted by: jea    in Mittelalter-Manufaktur

 

Vorweg: Ich bin endlich dazu gekommen, die Fotos zu machen. Weil der Post inzwischen so alt ist, habe ich die Fingerschlaufen-Technik zusätzlich noch mal in einem neuen Post dargestellt.

Heute will ich euch eine Anleitung für Damenstrümpfe zeigen.

Ähnlich wie die Beinlinge der Herren wurden diese nicht gestrickt (vor allen Dingen, weil die Technik noch wenig verbreitet war), sondern aus Stoffen hergestellt wie ein gewöhnliches Kleidungsstück. In Punkto Dehnbarkeit können diese Strümpfe zwar mit modernen Elasthan-Strickstrümpfen bei Weitem nicht mithalten, aber, wenn man ein paar Dinge beachtet, kann man ein ziemlich gutsitzendes Beinbekleidungsstück herstellen, das sich auch auf den besseren Veranstaltungen nicht verstecken muss.

Was vor allen Dingen wichtig ist, ist die Auswahl des Stoffes. Je nach Tragekomfort, Kälteempfindlichkeit und Wetter bieten sich Leinen- und Wollstoffe an, vorzugsweise solche ohne Beimischungen und Ausrüstungen. Nach Möglichkeit keine fancy Webarten, sondern schlichte Leinen- oder Köperbindung, beide sind im Mittelalter belegbar.

Wolle ist für gewöhnlich etwas elastischer als Leinen, dafür auch wärmer, Leinen ist gut im Sommer gegen Schweißfüße.

(Tatsächlich st Leinen sogar viel angenehmer zu tragen als Baumwolle, weil die Faser zwar auch viel Feuchtigkeit (Schweiß) aufnehmen kann, aber viel leichter wieder abgibt als Baumwolle)

Euer Stoff sollte bei einer modernen Webbreite von 140cm mindestens 60cm lang sein (bei langen  oder dicken Beinen ruhig etwas mehr), wenn ihr z.B. Bauernleinen verwenden wollt, mindestens ein Meter.

Das Schnittmuster für Strümpfe ist wunderbar einfach , es benötigt lediglich drei Teile.

Als erstes benötigt Ihr euren Fußumriss. Einfach den Fuß auf ein Blatt Papier stellen und einmal drumherummalen. Exaktheit ist hier nicht so wichtig, die etwas krumme Linie beschönigen wir noch zu einer glatten Sohlenform. Dann, bevor ihr den Fuß vom Papier wieder herunternehmt, nehmt ein Maßband und messt einmal über über euren Fußspann; da, wo er am höchsten ist, kurz bevor das Bein anfängt. Markiert auf eurem Fußumriss die Stellen, von denen ihr gemessen habt und schreibt das Maß daneben.

Das fertige Bild sollte dann ungefähr so aussehen:

Jetzt braucht ihr noch drei weitere Maße:

  1. Das Maß eures Schienbeins, gemessen von direkt unter der Kniescheibe bis da, wo der Spann anfängt
  2. Das Maß eurer Wade, gemessen von der Kniekehle bis zur Fußsohle, und
  3. Das Maß um eure Wade herum, dort, wo sie am dicksten ist.

Die folgende Zeichnung sollte ganz gut veranschaulichen, welche Maße wo genommen werden sollten:

Jetzt müsst ihr nur noch mithilfe dieser Maße die drei Teile konstruieren. Dabei muss man ein bisschen rumprobieren, bis alles passt, wichtig ist, dass gleichfarbige Linien gleichlang sind, weil diese später zusammengenäht werden sollen. Arbeitet auf jeden Fall mit Bleistift und Radiergummi, Try und Error ist hier die zu bevorzugende Vorgehensweise:

Gleichfarbige Linie werden zusammengenäht und müssen gleichlang sein.

Wenn ihr eure drei Schnittmusterteile habt, habt ihr das Schwierigste schon geschafft.

Jetzt müsst ihr euer Schnittmuster auf den Stoff übertragen. Und hierbei einen ganz wichtigen Trick beachten: Die Teile sollen diagonal zum Fadenlauf des Stoffes zugeschnitten werden!

(Ganz grob gesprochen ist ein Stück Stoff ein Karo von Kett- und Schussfäden (vielleicht erinnert sich noch jemand an modrige Textilgestaltungsunterrichtsstunden). Die Mittellinie aller drei Schnittmusterteile soll diagonal zu diesen Karos zum Liegen kommen)

Wenn ihr Anfänger seid, tut euch selbst einen Gefallen und übertragt jedes Stück einzeln auf den Stoff. Prinzipiell ist es zwar möglich, den Stoff doppelt zu legen und dann beide Teile gleichzeitig zuzuschneiden, aber die Stoffe können leicht verrutschen und außerdem ist es unbedingt von Vorteil, auf jedem Stück eine sichtbare Nählinie zu haben. Achtet darauf, genug Abstand zwischen den Stücken zu lassen, empfehlenswert sind ca. 3 cm.

Alle Schnittmusterteile wurden auf den Stoff übertragen und genug Abstand für Nahtzugaben gelassen.

Wenn ihr damit fertig seid, zeichnet noch eine zweite obere Abschlusslinie an den Beinteilen ein, circa 2cm – 3 cm neben der ersten Linie (Ich lege immer ein Maßband daneben und male daran entlang).

Der Beinteil mit dem zugefügten Rand.

Schneidet jetzt die einzelnen Stücke aus, aber Achtung! Um jedes Stück herum sollte ein Rand von 1 – 1,5cm stehenbleiben!

Die fertig ausgeschnittenen Teile inklusive Nahtzugaben.

Die Stoffreste kommen weg, die brauchen wir nicht mehr.

Jetzt geht’s an’s Nähen.

Ich habe meine Anleitung geschrieben für Leute, die eine Nähmaschine benutzen wollen. Wollt Ihr mit der Hand nähen, habt ihr es einfacher, ihr braucht wesentlich weniger Stecknadeln (alle 10cm eine sollte reichen) und es können sich keine Fältchen bilden, dafür dauert es eben länger. Wer mit der Hand nähen möchte, nimmt einfach weniger Stecknadeln und macht im Weiteren alles andere genauso.

Zuerst müsst ihr jetzt den Teil für den Vorderfuß an dem Teil für das Bein annadeln. Steckt zuerst eine Nadel links und rechts an den Beginn der Nahtlinie, eine genau in die Mitte und verteilt den Rest gleichmäßig.

Der Vorderfußteil wird an den Beinteil angenadelt.

(Jetzt sieht man, wozu es gut ist, jedes Stück einzeln auf den Stoff aufzuzeichnen: So könnt ihr mit eurer Nadel genau durch die Linien stechen und so die beiden Nählinien ganz genau aufeinander bringen. Je größere Genauigkeit ihr beim Zusammennadeln walten lasst, um so einfacher wird das Nähen.

Jetzt kommt zum ersten Mal die Nähmaschine zum Einsatz. Da die Naht beim An- und Ausziehen der Strümpfe großen Belastungen ausgesetzt sein kann, ist es empfehlenswert, einen schalen Elastikzickzack zu wählen (nicht mehr als 2mm breit). Das sorgt dafür, dass die Naht nicht knackt, wenn sie gedehnt wird. Wenn ihr vorsichtig und langsam näht, können dabei die Nadeln drin bleiben, das lässt euch beide Hände, um den Stoff zu kontrollieren.

Achtet darauf, dass sich der Stoff nicht über der Naht in Falten legt, an dieser schmalen Rundung tut er das gerne. Stellt eure Nähmaschine so ein, dass die Nadel nach jedem Stich unten, d.h. im Stoff verbleibt, dann könnt ihr alle paar Stiche den Fuß anheben und den Stoff glattstreichen. Danach den Fuß wieder senken, bevor weitergenäht wird!

Das fertige Stück sollte jetzt so aussehen:

So sieht es aus, wenn der Vorderfußteil korrekt an den Beinteil angenäht wurde.

Und wieder wird genadelt. Diesesmal sollen die langen Wadenlinien aneinander genadelt werden. Auch hier darauf achten, dass die Nadel ganz genau durch beide Nahtlinien durchsticht, um die größtmögliche Genauigkeit rauszuholen.

Die Naht an der Wade wird zusammengenadelt.

Und wieder nähen. Im Gegensatz zur ersten Naht sollte diese ziemlich einfach sein, weil sie fast gerade ist.

Wenn alles richtig gelaufen ist, sieht es jetzt so aus:

Die Wadennaht ist fertig geschlossen.

Und schon wird das dritte und letzte Stück angenadelt: Hier müsst ihr unbedingt darauf achten, die beiden Füße der beiden Strümpfe gegengleich anzunadeln, sonst habt ihr am Ende zwei linke oder zwei rechte Strümpfe, aber kein Paar!

Zuerst bringt die Seitenmarkierungen an den Füßen auf Linie mit den Nahtstellen, wo der Vorderfußteil an den Beinteil angenäht wurde. Dann nadelt zuerst die Ferse und dann den Vorderteil zusammen, achtet dabei darauf, an keinem der beiden Stoffstücke zu ziehen, sonst passt’s am Ende nicht!

Ordentlich gegengleich angenadelte Fußsohlen.

Wieder wird genäht, und dabei darauf geachtet, die Stoffzugaben an den Nähten jeweils zu beiden Seiten wegzuklappen, damit nicht auf einer Seite ein dicker Stoffwulst entsteht.

Die Nahtzugabe wird zu beiden Seiten weggeklappt.

Die Nahtzugabe wird zu beiden Seiten weggeklappt.

Jetzt sieht das Ganze eigentlich schon wie ein Paar Strümpfe aus.

Fast fertige Strümpfe.

Schließlich werden jenseits des Overlockstiches (oder in gebührendem Abstand zur Naht) alle überstehenden Stoffreste ordentlich abgeschnitten. Neat!

Ordentlich getrimmte Nahtzugaben.

Jetzt ist nur noch der obere Saum offen. Hier legen wir entlang der beiden angezeichneten Linien den Stoff erst einmal, dann zweimal nach innen. Jetzt sollte oben ein dicker Saumrand entstanden sein uns keine offene Stoffkante mehr sichtbar sein.

Zweifach umgelegter Rand. Keine Stoffkante schait mehr heraus.

Jetzt nähen wir entlang der unteren Kante eine Geradestichnaht und zwar in so nahem Abstand, wie ihr es euch gerade zutraut (wenn ihr das mit der Stoffführung nicht so draufhabt und die Naht auch ohne Zickzack leicht mäandert, dann wählt einen größeren Abstand).

Die Naht geht ganz eng an der Umschlagkante vorbei.

Fertig!

Ein Paar Damenstrümpfe, bereit zum Anziehen.

Fertige Strümpfe, auf rechts gezogen.

Noch bilden die Nähte tiefe Gräben, da hilft entweder anziehen und tragen, oder bügeln. Wer so ein archaisches Werkzeug wie ein Ärmelbrett besitzt, hat’s hier einfach, alle anderen müssen frickeln und friemeln.

Wenn alles ordentlich gebügelt ist, sieht’s so aus:

gebügelte Strümpfe

Was jetzt noch fehlt, dabei kann uns die Nähmaschine leider nicht mehr helfen. Jetzt brauchen wir ein passendes Garn, für Wollstoff möglichst ein Wollgarn, für Leinen ein möglichst dickes Leinengarn oder -zwirn, eine lange Nähnadel und eine Nähahle (ein chinesisches Stäbchen, das ihr im Bleistiftanspitzer geschärft habt).

Nadel und leicht gewachstes Wollgarn.

Einfache Nähahle aus einem Stückchen Holz.

einfache Nähahle aus einem Stückchen Holz.

Fädelt den Faden in die Nadel (wenn das Garn sehr dünn ist, nehmt es doppelt) und legt die eingefädelte Nadel bereit (Wenn der Faden sehr fransig isr, hilft ein bisschen Wachs). Jetzt nehmt einen Strumpf in die Hand und auf der Außenseite, nahe der Naht, bohrt vorsichtig mit der Ahle ein Loch in die äußere Stoffschicht (und nur in diese!)

Das Loch wird vorsichtig gebohrt.

Dreht die Ahle ein wenig hin und her, bis sie sich leicht im Loch dreht, dann zieht sie vorsichtig heraus, so, dass ein Loch zurückbleibt.

Das Loch, nachdem die Ahle herausgezogen wurde.

(Versucht dabei, keine Fäden durchzureißen, weil das leicht zu einem späteren Ausreißen der Löcher führen kann)

Jetzt nehmt die Nadel in die Hand, führt die Spitze durch das Loch in den schmalen Kanal, den der Saum bildet und kommt ca 0,5 bis 1cm vom Rand des Lochs entfernt wieder heraus.

Nadel einstechen

Zieht den Faden vorsichtig fest und wiederholt die Aktion , nur diesesmal kommt ein Stückchen neben dem alten Stich heraus.

Zweiter Einstich.

Legt jetzt den Faden um die Nadel herum, so, dass eine Schlaufe entsteht.

Fadenschlaufe

Vorsichtig festziehen. Das Ganze wiederholt ihr immer wieder und beschreibt dabei einen möglichst runden Kreis um das Loch herum.

Einmal im Kreis herum

Jetzt sieht das Loch schon richtig schick aus, aber zum besseren Halt wiederholt ihr das Ganze noch einmal und beschreibt noch einen zweiten Kreis, wobei ihr darauf achtet, möglichst immer in die Mitte zwischen zwei alten Stichen zu stechen. Vernäht den Faden mit ein bis drei Stichen durch das gerade gebildete Nestelloch, dann schneidet ihn ab.

Doppelt hält besser.

Jetzt habt ihr ein richtig schickes Nestelloch, das euch erlaubt, ein Band in den schmalen Tunnel zu führen, der von dem Saum gebildet wird.

Damit das mit dem Schnüren auch richtig funktioniert, macht ihr jetzt noch ein zweites Nestelloch auf der anderen Seite der Hinternaht und wiederholt schließlich die Aktion am anderen Strumpf.

Zwei fertige Nestellöcher, schon mit Durchzugsband

Jetzt habt ihr vier schicke Nestellöcher, mit denen ihr eure Strümpfe schnüren könnt, damit sie nicht rutschen.

Nun braucht ihr nur noch etwas, womit ihr die Strümpfe schnüren könnt. Und dafür weben wir supereinfache, superauthentischen Flechtbänder aus Woll- oder Leinengarn, dem gleichen, das Ihr zum Nähen verwendet habt.

Das Band, das ihr haben wollt, sollte gute 20cm länger sein aus eure Wade kurz unter dem Knie dick ist.

Ich webe am liebsten mit Türklinken, die sind auf der richtigen Höhe, fast überall verfügbar und das fertige Bad lässt sich leicht abstreifen. Wenn Ihr gerade keine Türklinke in der Nähe habt, müsst ihr improvisieren: Sucht euch einen Haken, einen krummen Nagel, einen Regalvorsprung, einfach irgendetwas, an dem ihr etwa eine halbe Stunde lang eure Fäden aufhängen könnt.

Nehmt jetzt das Garn und beginnt damit, es um die Türklinke zu wickeln , haltet dabei ungefähr den Abstand ein, den das fertige Band am Ende haben soll. Macht 5 Schlaufen, und verknotet Anfang und Ende des Bandes miteinander. Arbeitet sehr sorgfältig, damit die einzelnen Schlaufen sich nicht verheddern.

So sollten die Schlaufen aussehen

So sollten die Schlaufen aussehen.

Streift jetzt zwei Schlaufen über Mittel-und Ringfinger der rechten Hand, die anderen über Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger der linken Hand. Breitet die Arme weit auseinander, damit die Schlingen sich voneinander lösen.

Mit dem freien Zeigefinger der rechte Hand nehmt jetzt die untere Schlaufe der linken Hand (die auf dem Ringfinger) auf. Die Schlaufe sollte jetzt nicht mehr auf dem Ringfinger der linken, sondern auf dem Zeigefinger der rechten Hand liegen.

Gebt mit der linken Hand die Schlaufe des Mittelfingers auf den Ringfinger und die des Zeigefingers auf den Mittelfinger, so, dass der Zeigefinger frei wird.

...und übernimmt sie. Der linke Zeigefinger ist jetzt frei.

Breitet wieder weit die Arme auseinander, damit die Schlaufen sich voneinander lösen. Ganz am entfernten Ende, an der Türklinge haben sie sich jetzt überkreuzt.

Nehmt nun wiederum mit dem freien Zeigefinger der linken Hand die unterste Schlaufe (Ringfinger) der rechte Hand auf, und an der rechten Hand, die nunmehr nur noch zwei Schlaufen habt, reicht die Schlaufen jeweils zum nächstunteren Finger. Arme weit machen.

Das ganze Spiel wiederholt ihr jetzt, ja nach Wunschlänge des Bandes und Dicke des Garns so ein- bis vierhundertmal. Das geht schneller, als man denkt, am Anfang braucht ihr so um eine halbe Stunde für ein Band, wenn ihr den Dreh raus habt, nur noch zehn Minuten.

Ihr werdet bald sehen, dass dich an der Türklinge die Fäden miteinander verschlingen und so ein Band bilden.

Webt, so lange es geht, wenn der Platz in den Schlingen nicht mehr groß genug ist für eure Finger, seid ihr fertig.

Die Schlaufen sind jetzt zu klein, um noch weiterzuweben. Das Band ist fertig.

Macht einen Knoten ins Ende und streift das andere Ende von der Türklinge. Macht auch in das andere Ende einen Knoten und schneidet die überstehenden Enden sauber ab.

Jetzt müsst ihr nur noch mithilfe einer Sicherheitsnadel o.ä. jeweils einen Faden in einen Strumpf ziehen, dann sind eure superneuen, superauthentischen MA-Strümpfe fertig.

Und das Beste ist: Diese Anleitung kann man fast unverändert dazu verwenden, Männerbeinlinge zu schneidern. Ihr müsst lediglich den ‘Strumpf ‘ nach oben länger machen und an des vordere Ende eine Spitze. Dort kommen dann die Nestellöcher hinein und mit den Bändern können die Beinlinge dann an der Bruche befestigt werden!

 

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