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Herzlich willkommen zu meiner Reihe Kostümumsetzung für Anfänger!

Im ersten Teil der Reihe geht es um den Thorwaler, einen archetypischen Seefahrer mit rauhbeinigen Sitten, einem benahe demokratischen Gesellschaftssystem und einer Vorliebe für Vergorenes.

Legenden von Thorwal ist einer meiner liebsten Cons, weil dies immer ein entspannter Feiercon ist, der inzwischen auch eine hübsche Anzahl Kinder jeden Alters aufweist und auf dem die meisten Anwesenden stets bemüht sind, einen weiten Bogen um den Plot zu machen und einfach nur ihren Charakter auszuspielen. Ich liebe die entspannte Atmosphäre dort!

Was ich weniger liebe, ist die immer wieder aufkommende Kontroverse um zu wenig Thorwaler in Thorwal, die dann auch noch schlecht gekleidet sind.

Daher, ohne weitere lange Vorrede, look at this pretty picture!

Was wir hier haben, ist der Standard-Thorwaler: Seefahrer, muskulös, dem Alkohole zuneigend, wettergegerbt. Prinzipiell gibt es den gleichen Archetyp auch in weiblich, ich persönlich würde aber die Kostümierung hierfür nicht variieren, denn wer zur See fährt, in Segeln herumklettert, kämpft oder auch mal über Bord geht, der will sicherlich Hosen tragen und keine Röcke.

Also, was haben wir hier?

Unser archetypscher Thorwaler trägt eine gestreifte Hose, hohe weiche Stiefel, eine Krötenhaut und eine Art lange Fellweste.

 

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12
May

Horasia-LARP: Tudor Klamotte

   Posted by: jea    in Mittelalter-Manufaktur

 

Nachdem wir im letzten Jahr ein paar Tage vor dem Horasia-Con krank geworden sind, so, dass unsere ganzen Mühen vergebens waren, haben wir es dieses Jahr dann endlich geschafft, den Con zu besuchen und stolz unsere neuentdeckte Kostüm-Periode zur Schau zu tragen.

Der Con war wunderschön, vor der herrlichen Kulisse des Jagdschlösschens Bückeburg in wunderbarsten frühsommerlichem Sonnenschein. Die Kleidung der Teilnehmer war eine Augenweide und der Plot, den die Spielleitung sich ausgedacht hatte, passte zu dem zauberhaften Wetter und der Kulisse wie ein Handschuh.

Schloss Baum ist eine herrliche Kulisse für frühneuzeitliche Veranstaltungen, wer interessiert ist, kann sich ja mal die Panoramabilder anschauen, die Sven gemacht hat.

Ich zeige hier erst mal nur ein paar Eindrücke unserer Klamotte, ob und wie genau ich die Einzelstücke beschreiben werde, weiß ich noch nicht ganz, da die Entwürfe nicht von mir selbst, sondern aus dem – sehr empfehlenswerten – Buch The Tudor Tailor stammen.
Ein Besuch der Website empfiehlt sich übrigend nachdrücklich für alle Interessierten, da die Macher inzwischen auch die passenden Stoffe dort anbieten!

Die Kleider sind aus einem Baumwollsatin, das Unterkleid (altrosa) hat einen rundum verstärkten Schnürleib und an den Schultern Träger, an welchen die geschlitzten und kontrastierend gefütterten Ärmel befestigt werden können. Darunter wird ein Unterhemd mit einem weiten Ausschnitt getragen, mit langen Ärmeln und Rüschen an den Handgelenken. Die Haube ist aus Steifleinen und Hutmacherdraht aufgebaut, dann innen mit einem weißen Leinenstoff, außen mit einem schwarzen Baumwollsamt bezogen. Die Perlen sind Wachsperlen. Unter den Röcken wird eine spanische Farthingale geragen, ein Unterrock mit verstärkten Reifen auf mehreren Höhen, der das Gewicht der Röcke tragen und zu der gewünschten Kegelform beitragen soll. Beim Oberkleid (lila) ist nur der Vorderteil verstärkt, er wird mit Haken und Ösen seitlich geschlossen. Der Vorderteil des Rockes ist weggelassen, um den Blick auf den Unterrock freizugeben.
Die Bemalung mit Blütenornamenten ist dem LARP geschuldet, die Gewänder sollten optisch etwas aufgewertet werden (historisch korrekt, hätten sie bestickt werden müssen, aber einen solchen Zeitaufwand konnte ich mir bei Weitem nicht leisten).

Sven trägt eine Kniebundhose aus einem dunkelroten Wollstoff, die Hose wird vorne geschnürt, unter den Knien mit Knöpfen geschlossen und mit Bändern am Jerkin befestigt. Das Jerkin besteht aus mehreren, durch Steppung verstärkten Stofflagen, die Außenstoffe sind Synthetik-Abendgarderobenstoffe. Unter den Flügeln hat das Jerkin Nestellöcher, an denen verschiedene Ärmel befestigt werden können. Aufgrund der Zeitknappheit haben wir hier Metallösen genommen; wenn mal etwas Zeit übrig ist, werden wir diese austauschen gegen die korrekten gestickten Nestellöcher. Unter dem Jerkin trägt Sven ein Unterhemd aus einem weißen Baumwollstoff (Leinen wäre besser, auch gegen Schwitzen), das an Hals und Ärmeln mit Rüschen verziert ist.
Der Hut ist konstruiert aus Steifleinen und Hutmacherdraht und dann mit einem schwarzen Baumwollsamt außen und weißem Leinen innen bezogen. Das Hutband verdeckt die Falten, dort, wo der Bezug des Domes an die Krempe stößt.

Das Abendkleid besteht ebenfalls wieder aus einem verstärkten Unterkleid, hier ist zusätzlich zu den Korsettverstärkungen noch eine Schnur an der Oberkante eingezogen, die dafür sorgt, dass das Kleid sich genau an die Brust anschmiegt. Auch dieses Unterkleid hat keine Ärmel, nur Träger, an denen Ärmel befestigt werden können.
Das Oberkleid aus einem Kunstfaser-Brokat hat vorne an der Schnürung zwei Korsettstäbe eingezogen, diese sollen den Zug der Schnürung verteilen. Die Ärmel sind nur bis zum Bizeps aus dem Oberstoff, danach gehen sie über in weite Überärmel, die innen gefüttert sind mit dem Stoff den Unterkleides, außen sind sie aus einem lila Baumwollsamt, der sich auch in der Haube wiederfindet. Die Schnürung des Oberkleides sollte eigentlich nicht sichtbar sein, hierüber wird normalerweise ein sogenanntes Placard getragen, eine Art Latz in der Form des Vorderteils, welcher mit Haken und Ösen befestigt wird. Leider wurde der aber nicht mehr rechtzeitig fertig. Da die Röcke dieses Kleides gefüttert wurden, ist die Kegelform des Rockteiles hier viel ausladender und perfekter; die Farthingale ist die selbe wie beim altrosa/lila Kleid.
Die Haube schließlich ist ebenfalls wieder aus Steifleinen und Hutmacherdraht konstruiert, sie ist innen mit Leinen und außen mit lila Baumwollsamt bezogen. Der Haarbeutel und der Schleier sind aus einem schwarzen (Kunstfaser-) Seidenstoff. Die Perlen sind aufgeklebt.

Svens Abendgarderobe besteht aus einer weißen Trunkhose und einem dazu passenden verstärkten Jerkin. Darüber wird ein ärmelloses Jerkin getragen, das vorne ein wenig gekürzt wurde und dazu ein King-Henry-Hut.
Die Trunkhose besteht aus einer eng anliegenden Unter-Hose aus weißer Seide, darauf wird die Trunkhose mit ihren gerafften Panes befestigt und dann alles zusammen zu einer Hose verarbeitet. Wie die einfache Hose wird auch diese unter den Knien geknöpft, vorn geschnürt und ebenfalls mit Schnüren am Jerkin befestigt. Zu der Hose gehört eigentlich noch ein Codpiece, das aber auch der Zeitschere zum Opfer gefallen ist.
Das Jerkin besteht innen aus mehreren Lagen festem Stoff, die versteppt werden, um dem Gewand möglichst viel Steifigkeit zu verleihen. Möglich ist es auch, zusätzlich noch Taschen für Korsettstäbe einzuarbeiten. Es wird vorne mit vielen kleinen Zinnknöpfen geschlossen, auch an den Handgelenken schließt je ein Knopf den Ärmel. Der Oberstoff ist der gleiche wie bei der Trunkhose, diese sind als Kombination angefertigt worden.
Das ärmellose Jerkin darüber ist weniger versteift und vorne etwas kürzer, da es nicht geschlossen werden soll. Unter den Zierborten sind Taschen mit Korsettstäben eingearbeitet, die dem Gewand die gewünschte Form verleihen sollen.
Wie alle anderen Hüte auch wurde der King-Henry-Hot zunächst aus Steifleinen und Hutdraht konstruiert, dann mit den Außenstoffen bezogen. Die Perlen sind auch hier aufgeklebt.

 

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