Posts Tagged ‘Leder’

20
Apr

Mittelalter-Schuhe

   Posted by: jea    in Mittelalter-Manufaktur

 

Dieses Paar Schuhe ist lose auf dem Muster von Ian Carlisle aus dem Buch Mould, Quita, Ian Carlisle, and Esther A. Cameron. Craft, Industry and Everyday Life.~ Leather and Leatherworking in Anglo-Scandinavian and Medieval York. Vol. Vol. 17, Fasc. 16 The Archaeology of York.; the Small Finds. York: Council for British Archaeology, 2003. basiert.

Das Muster ist auf Footwear of the Middle Ages wiedergegeben. Für dieses Paar habe ich die für angelsächsische 10. Jh-Funde typischen Fersenspitzen durch die spätere runde Sohle ersetzt, und das Leder am Knöchel weiter nach oben gezogen (das gezeigte Muster geht nur bis zum Knöchel).

Die Schuhe werden mit einem umlaufenden Band geschlossen, das an einer Spitze des Oberleders befestigt ist.

Das Oberleder ist dickes, weiches, stark genarbtes Ziegenleder. Das Leder ist recht dehnbar, also dehne ich die einzelnen Stücke vor, so gut ich kann und versuche, die Größe circa eine halbe Nummer kleiner zu machen als vom Kunden angegeben.

Für eine bessere Formstabilität habe ich alle Schnittkanten mit einem Lederband verstärkt.

Die Kundin hatte in diesem Fall noch einen Spezialwunsch nach schmalen Schnitten auf Höhe der Achillesferse. Diese schmalen ‘Abnäher’  sorgen für einen besseren Sitz an der Ferse, allerdings haben sie den Nachteil, die Stabilität des Leders deutlich zu mindern, und das durch die Nähte Wasser in den Schuh eindringen kann, wenn die Stabilität der Naht mit der Zeit nachlässt.

Die Schuhe sind, wie alle mittelalterlichen Schuhe, wendegenäht, dafür werden die Schuhe zuerst auf links zusammengenäht und dann auf rechts gedreht. Das sorgt dafür, dass außen um die Sohle ein Wulst entsteht, der die Naht und die Schnittkante des Sohlenleders schützt.

Ein solches Paar Schuhe ist für 150,- Euro zu haben, dazu kommt noch der Preis für das verwendete Leder, abhängig von der Ledersorte und der Schuhgröße zwischen 40,- und 70,- Euro.

 

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10
Apr

Schuhe

   Posted by: jea    in Mittelalter-Manufaktur

 

Hier sind ein Paar einfache mittelalterliche Schuhe, basierend auf dem Commoners Shoe, ein nicht belegtes Moell von Footwear of the middle ages. Die Zunge war in den mittelalterlichen Funden (hauptsächlich London) nicht üblich, ich habe eine eingesetzt, um den Tragekomfort für verwöhnte Füße der 21. Jahrhunderts zu erhöhen.

Die Schuhe sind wendegenäht, die Stiche sind 3-5 mm lang, die Naht ist im Schusterstich ausgeführt mit einem gepichten, mehrfach verdrillten Leinenfaden.

Hier sieht man die Sohle von unten: durch die Wendenaht ist die Schnittseite des Sohlenleders geschptzt durch die Wulst des Oberleders. Auf diese Weise konnte Wasser nur schwer eindringen (das Sohlenleder zeigt mit der Narbenseite nach außen). Durch häufiges Einölen mit heißem Leinöl wird das Sohlenleder wasserabweisend gehalten.

Hier zu sehen ist die Seitennaht des Oberleders: Sattlernaht mit Tunnelstichen, die auf der Narbenseite in das Leder ein- und auf der Schnittseite herausdringen. Die Naht auf der Außensite des Schuhes sieht sauberer aus als eine Naht auf der Innenseite, wenngleich die Naht auf der Innenseite haltbarer wäre, da hier der Nähfaden nicht von außen aufgerieben werden kann.

Ein Paar Schuhe dieser Art kostet 150,- Euro, dazu kommt noch der Preis für das Leder, abhängig von Ledersorte und Schuhgröße zwischen 40,- und 70,- Euro

 

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20
Feb

Schreibertaschen

   Posted by: jea    in Mittelalter-Manufaktur

 

Es gibt viele LARPer, die schreibkundige Charaktere darstellen. Da LARPen auch eine Menge Herumgerenne im Freien beinhaltet und ein Charakter gerne seine Ausrüstung dabeihat, ist es für eine Schreiberin oft schwierig, ihre Federkiele, Tinten. Schreibmesserchen, Papier etc. mitzunehmen. Dafür mache ich Schreibertaschen: Groß genug, dass DinA4 Papier hineinpasst und mit allen Taschen und Haltern, die die Kundin benötigt, um ihr Schreibzeug unterzubringen.

Die Tasche kann zum Transport zusammengerollt und mit den Lederriemen zumBeispiel am Gürtel befestigt werden.

Zusammengerollt schützt die Tasche alles, was darin ist, so lange der Träger nicht gerade bis zum Bauch im Wasser steht. Dafür ist der Papierschlitz an der Seite engebracht, die zusammengerollt am weitesten Innen liegt.

Diese Tasche ist aus dünnem Rinderhalsleder gefetigt, das recht dicht und fest ist.

Diese Tasche dagegen ist aus einem dicken Ziegenleder gefertigt, das sehr weich ist und eine ausgeprägte Narbung hat.

Hier sieht man die Tasche zusammengerollt:

und hier offen von der Außenseite:

Diese Tasche ist ebenfalls aus dickem Ziegenleder , in einer helleren Färbung.

Hier kann man im Detail die Nähte sehen (Schusternähte mit zwei Fäden, doppelt haltbar) und die feine Ausarbeitung der einzelnen Lederstücke.

Links zu sehen ist der Papierschlitz, extra verstärkt und groß genug für DinA4 Papier. Daneben sind zwei große, tiefe Taschen, die obere ist für einen großen Petschaft gedacht, die untere für das Tintenfässchen. Dafür hat diese extra noch einen Deckel, damit das Tintenfässchen auch  ganz bestimmt nicht herausfallen kann. Die obern beiden Taschen daneben sind gedacht für Auswechselsiegel, die unteren kleinen Taschen für verschiedene Federn. Daneben sind noch vier Halter, zwei schmale für Federhalter un zwei breitere für Sieglwachsstangen.

Hier ist ein Beispiel, das zeigt, wie verschiedene Dinge in die Taschen und Halter passen.

Eine derartige Schreibertasche kostet bei mir ab 90,- Euro, inklusive Leder und Schnallen. Dafür fertige ich die verschiedenen Taschen und Halter nach den Vorgaben des Kunden an.

 

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