Ich habe vom Herstellungsprozess meiner letzten Rüsthauben so viele Bilder gemacht, dass ich dachte, ich könnte das mal ganz gut veröffentlichen. Dies ist keine absolute-Beginners Anleitung wie die bei den Strümpfen, aber, wer schon mal das eine oder andere Kleidungsstück genäht hat, sollte mit diesen Bildern und Beschreibungen ganz gut seine eigene Rüsthaube basteln können.
Der Beginn ist, wie sonst auch immer, das Maßnehmen. Messt eure Hutgröße, Gesichtsumfang etc.; wenn ihr für euch selbst näht, könnt ihr euch auch lustige kleine Punkte ins Gesicht malen, von wo bis wo die Haube reichen soll und dann von Punkt zu Punkt messen (mind you: Wenn ihr einen 3-D-Scanner habt, könnt ihr euch auch da rein stellen und der gibt das fertige Schnittmuster raus
). Für alle Scannerlosen beginnt jetzt der – wie immer – komplizierteste Teil: Das Schnittmuster-Erstellen.
Es gibt verschiedene Schnittmuster für Rüsthauben, die alle von den verfügbaren Schnitten für Bundhauben stammen. Es gibt sie zwei- und dreiteilig, ich selbst mache sie eigentlich immer dreiteilig, weil ich finde, dass die Mittelnaht zu sehr auf den Kopf drückt.
Wenn das Schnittmuster fertig ist, müsst ihr jeden Teil aus Leinen 2x zuschneiden (also 4 Seiten, 2 Mittelteile) und einmal aus Wollvlies. Bedenkt dabei, dass die fertigen Teile durch die Steppung kleiner werden als das Schnittmuster (gebt also großzügig zu)!
Als nächstes (wenn ihr das nicht schon beim Schnittmuster-Übertragen gemacht habt) tragt auf allen Teilen ein, wie die Stepplinien verlaufen sollen. Bedenkt dabei, dass die Seite, auf der ihr malt, auch später noch die Aussenseite und damit sichtbar sei wird. Benutzt also Schneiderkreide oder Seife o.ä., irgendwas, was auch wieder rausgeht.
Wenn alle Teile fertig vorgezeichnet sind, nadelt zusammen: Immer ein Sandwich aus Leinen-Wolle-Leinen (klar, oder?).
Wenn ihr mit der Hand näht, reichen wenige Nadeln, für die Nähmaschine sollte alles bombenfest verdadelt sein, am Besten noch ein paar Punkte mit Handstichen vorfixieren. Dann steppt die eingezeichneten Linien entlang, immer darauf achtend, dass Vorder- und Rückseite exakt aufeinander zu liegen kommen, damit die Stepplinien auch auf beiden Seiten exakt durch die vorgezeicheten Linien verlaufen.
Wenn alles fertig gesteppt ist, kommen alle Nadeln raus.
Dann werden die Teile zusammengenäht und die Haube ist schon fast fertig.
Jetzt müsst ihr messen oder anprobieren, um festzustellen, ob die Haube noch enger gemacht werden muss und wo.
Wenn alles so zusammengenäht ist, wie es gehört, bringt noch eine Verstärkungsnaht an und trimmt dann die Nahtzugaben sorgfältig.
Jetzt braucht ihr nur noch Bänder aus dem gleichen Leinenstoff, 4-5 cm breit.
Faltet und bügelt die Streifen in der Mitte, dann faltet die Seiten zur Mitte. Am Ende sollte das Band 4-fach liegen und keine Stoffkante mehr herausschauen.
Eines der Bänder kommt in den Nacken, das andere an die Gesichtsöffnung, beachtet dabei, dass eines der Bänder auf beiden Seiten genug Überstand haben muss, um daraus die Bindebänder zu fertigen.
Fertig!
Und , für den Zweck des genauen Studiums, nochmal eine Rundum-Ansicht Galerie:


















