Der Morgen des fünften Tages und damit der ersten komplettierten Handwerker-Woche graute und uns graute es auch, als wir aus dem Fenster sahen: Seit gestern haben wir hier in Senne Tauwetter, was die Wolken nicht davon abhält, meterweise mit Schnee zu werfen. Dick und matschig liegt der halbgefrorene Dreck auf der Straße, und, weil Handwerker sich grundsätzlich nicht die Füße abtreten (Ehrenkodex), sind wir erst mal raus auf die Straße geeilt, um einen Weg freizuschaufeln.
Das Foto zeigt den freigeschaufelten Weg, als ich am anderen Ende angekommen war:

Dann kamen die Handwerker: Heute mal was Neues: Fliesenleger. Hatten wir noch nicht. Zuerst kam einer in seinem Privatauto und etwas später einer mit dem Lieferwagen, auf dem das ganze Material gelagert war.
Nun hatten wir ja unsere freundlichen spießigen Nachbarn zu der Goodwill-Geste bewegt, zu getatten, dass die Handwerker ihre Fahrzeuge auf ihrem Parkplatz vor ihrer Garage abstellen durften. Umgehend stellte sich also der Handwerker mit seinem Privatauto auf diesem Parkplatz, obwohl wir ihm genau den Sinn dieses Gefälligkeits-Parkplatzes erklärten. Das Lieferauto parkten sie dann lieber direkt vor unserer Haustüre, damit auch ja alle Nachbarn genervt wären, die mit ihren Autos durch die enge Straße fahren wollten. Super!
Prompt fuhr dann auch der freundliche, spießige Nachbar, dem Parkplatz und Garage gehörten, eine kleine Delle in das kostbare Handwerker-Privatauto, was den teuflischen Fliesenleger erst mal veranlasste, sich mit diesem zu streiten und ihn zu beschimpfen. So macht man sich Freunde!

Als der ganze Ärger dann so weit geklärt war und ich die Schaufel erstmal zur Seite stellte, war es halb neun durch und unser Frühstücks-Kaffee im Eimer. Die eigentliche Katastrophe des Morgens!

Die Handwerker schleppten jetzt erst mal nen ganzen öffentlichen Spielplatz an Sand zu uns rein.


Dabei rutschte doch tatsächlich der nur mit Stoff-Sneakers bekleidete Hobby-Prolet auf der Treppe aus und machte ein Riesentheater.

“Hatta Aua ‘macht, der Arme Kleine!” Leider hatten wir gerade keinen Lolli bei der Hand…
Um neun Uhr wurde dann erst mal Frühstückspause gemacht (Eine Einrichtung, die wir von unseren anderen Handwerkern bisher so nicht kannten). Aber bitte…
Gegen zehn wurden dann noch mehr Krempel reingeschleppt (unser Flur oben steht jetzt wirklich voll, man kommt kaum noch in die Zimmer) und gemächlich damit begonnen, hier und da den letzten Putz von der Wand zu schlagen.

Mit einem kleinen Stückchen Ytong-Stein und ner Menge Putz wurde dann der Durchbruch, den die Fima Riedel so freundlich bereitgestellt hatte, wieder aufgefüllt.

Damit das ganze Gebilde halbwegs gerade wurde, haben wir noch eine Holzplatte von der Schlafzimmerwand dagegengestellt, die wir glücklicherweise noch im Keller hatten (ich mag mir gar nicht ausmalen, wie sie das fabriziert hätten, wenn wir kein Holz dagehabt hätten).

Dann wurde erst mal wieder eine geraucht, der halbwegs freundliche und vernünftige der beiden Handwerker verschwand dabei irgendwie, und wir behielten den übel gelaunten, unmotivierten, der an ein, zwei Stellen noch mal ein bisschen Putz in die gefrästen Schächte füllte und um zwölf Uhr dann erklärte, für heute sei erst Mal Feierabend, und am Montag werde er nicht vor zehn bei uns auftauchen. Außerdem wollte er dem Kollegen Riedel Bescheid sagen, dass dieser die Badewanne so gegen Ende der nächsten Woche einbauen könne und danach könne dann der Fußboden gefliest werden.

Unsere Einwände, dass wir bislang immer zugesichert bekommen haben, spätestens nächsten Freitag solle alles fix & fertig sein, wischte er locker beiseite. ” Krieg ist Krieg”, sprach er (Originalzitat) und suchte das Weite.

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