Posts Tagged ‘Tunika’

31
Jan

Huldremose-Rock und Tunika

   Posted by: jea    in Uncategorized

 

Eine Kundin wünschte sich einen Rock nach dem Huldremose-Fund und dazu eine Tunika aus dünnem Leinen nach einer anderen Fundbeschreibung so wie passende Schleiertücher.

Das dänische Nationalmuseum stellt die Kleider des Moorleichenfundes der Huldremosefrau aus und es hat auf seiner website eine wunderbare Darstellung eines ultrahochaufgelösten Fotos,  das es erlaubt, die Fadenzahl der Gewebe so wie die Nähtechniken genau nachzuvollziehen.

Eine Replik des Stoffes war leider finanziell für dieses Projekt nicht möglich, aber ich habe die Stoffe, die meine Kundin mir gab, mit 2-fädigem Leinengarn vernäht und dabei die Nähtechniken des Fundes verwendet. Auch das Lederband, das den Rock zusammengehält, habe ich, wie in dem Fund direkt durch das Gewebe mit Hilfe einer Ahle durchgezogen. Lediglich musste ich, durch die Schnittkanten des Stoffes, die der Originalfund nicht hat, ein paar Säume hinzufügen, die das Original natürlich nicht hat, weil das Stück direkt für den Rock gewebt wurde.

Wie bei der Tunika und den Schleiertüchern aus Leinen habe ich hierfür einen feinen Überwendlichstich benutzt.

Eisenzeitliche Kombi

Durchzugsband aus Leder

Ärmeldetail Tunika

Nahtdetail Huldremoserock.

Ein handgenähter Rock nach dem Huldremose-Fund kostet 80,- Euro, eine handgenähte Tunika nach diesem frühen Schnitt 90,-. Handgenähte Schliertücher kosten 15,-/100cm. Die Preise sind alle Arbeitspreise, die Kosten für den Stoff kommen noch dazu.

 

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7
Oct

Peplos und Tunika (La Tene)

   Posted by: jea    in Mittelalter-Manufaktur

 

Dies ist mit ziemlicher Sicherheit das früheste Kleisungsstück, was ich je hergestellt habe: Ein frühgermanischer Peplos mit darunter zu tagender Tunika und Schleier, angelehnt an Funde aus der La Tene-Kultur.

Alle Teile wurden aus einem mittelschweren, ungebleichten Leinen mit der Maschine genäht.

Allerdings waren meine Kundin und ich uns nicht ganz einig, was die ‘authentische’ Anfertigungsweise angeht: Während es wohl keinen Zweifel daran geben kann, dass die Webbreite damals irgendwo zwischen 40 und 70cm gelegen haben muss (und nicht, wie industriell gewebter Stoff, 140cm), war die Kundin sich absolut sicher, dass zu der Zeit keine Geren verwendet wurden, um Kleidungsstücke weiter zu machen.

Leider reicht mein Bücherregal nicht so weit zurück und auch eine längere Internetrecherche ergab nichts erhellendes zu dieser Frage. Sollte einer meiner Leser mehr zu dem Thema wissen, würde ich mich über einen Kommentar diesbezüglich sehr freuen.

Da meine Kundin zwar sehr schmal ist, aber dennoch sich in einer 140cm weiten Tunika eingeengt gefühlt hätte, haben wir das Stück nach der Bauweise von Markt-Mittelalter-Klamotten gemacht: vorn zwei Teile aus 140cm breitem Stoff ausgeschnitten, aufeinander genäht, und fertig. Auch der Peplos ist nach dieser Billig-Bauweise gemacht, etwas, das ich eigentlich gar nicht mag :-(

Da die Kundin kurze Haare trägt, konnte sie an diesen den Schleier nicht befestigen. Mein Vorschlag, nach mittelalterlicher Weise den Schleier mit Nadeln an einem Kopfband zu befestigen, wurde abgelehnt und stattdessen ein Kopfband direkt angenäht, wie bei einer Schürze.

So gehört dieses Kleidungs-Ensemble wohl eher in die LARP als die Mittelalter-Ecke, aber es bietet für wenig Aufwand (und Geld) einen netten, historischen Look, zumindestens, wenn man es mit der Authentizität nicht zu ernst nimmt.

Für LARPer im High-Fantasy oder griechisch-römischen Bereich ist so eine Klamotte auf jeden Fall empfehlenswert, da einfach zu tragen, preiswert und unaufwendig!

 

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18
Jan

Wikinger-Tunika

   Posted by: jea    in Mittelalter-Manufaktur

 

Heute gibt es eine Wikinger-Tunika aus einem warmen blauen Wollstoff.

Der Stoff ist von naturtuche, und zwar ein chemisch gefärbter mittelschwerer Köper. Bei naturtuche hier zu finden.

Der Kunde wollte eine einfache geometrisch geschnittene Tunika im Wikinger-Stil haben:

Zusätzlich sollte die Tunika noch ein paar spezielle Details bekommen, die nicht unbedingt ganz genau der Fundlage entsprechen mussten:

-Die Tunika sollte einen Stehkragen bekommen und am Hals möglichst eng geschnitten sein, damit die kalte Luft nicht so reinzieht. Zusätzlich zum Stehkragen mit Schlüssellochausschnitt habe ich deshalb noch (nicht ‘A’) einen Schlitzbeleg angebracht. Wenn der Schlitz ordentlich mit einer Spange verschlossen wurde, sollte da gar nix mehr ziehen können und der Träger hat es schön kuschelig warm am Hals.

-Ebenfalls aus Kälteschutz-Gründen sollten die Ärmel an den Handgelenken sehr eng anliegen. Da der Kunde relativ großknochige Hände bei schmalen Handgelenken hat, haben wir uns entschieden, zusätzlich noch einen kleinen Tunnelzug am Saum anzubringen, der mit fingerschlaufengewebten Bändchen zugezogen wird.

So sieht die Tunika denn fertig aus:

Und so sieht sie aus, wenn sie getragen wird:

Nachtrag: Leider war dem Kunden der Kragen zu hoch, hier musste noch mal nachgebessert werden. Der neue Kragen ist ca. 3 cm kürzer.

 

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